Bittgebet

Nimm heut alles

Was ich nicht tragen kann

Gib mir dieses tapfere Herz

Das sich in Dir pochen hört

Träumt an Deiner Seite

Damit die Geister der Nacht

Entkleidet vor mir tanzen

Nimm heut alles

Was ich nicht halten kann

Gib mir diese schonungslosen Hände

In denen mehr verzeichnet ist

Als ich lesen kann

Damit ich wieder locken kann

Das Gürteltier in seinem Panzer

Nimm heut alles

Was ich nicht glauben kann

Gib mir dieses zärtliche Lauschen

Auf die einzig leise Zeile:

Du bist genug

Damit ich wieder den Kopf erhebe

Unter Brücken gebaut aus Schnee

Nimm heut alles

Was sich aufbläht in mir

Gib mir einen Schlüssel zur unbesetzten Kammer

Die offen steht

Ohne zu erwarten

Damit ich mich laut fabulieren traue

Von trockenen Häuptern unter dem Meer

Nimm heut alles

Was untröstlich – stumm

Gib mir mehr als zwei wache Augen

Die tasten zu sehen

Was verborgen offenbar

Damit ich wieder lieben kann

Was da an Leuchten

Ganz nah.

 

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